Menschen stärken - theologisch denken - didaktisch-methodisch handeln

Trauerkoffer

 

Inhalt:

1.    Informationsmaterial:                                                        

a) Vom Umgang mit Tod und Trauer in der Schule                  

b)„Wenn der Notfall eintritt“ – Handbuch für den Umgang mit Tod und anderen Krisen in der Schule; Hrsg: Evang.-Luth. Kirche in Bayern und Kath. Schulkommisariat in Bayern, 2007, zu beziehen über Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn –

Materialstelle.rpz-heilsbronndontospamme@gowaway.elb.de

und Religionspädagogische Materialstelle

Relpaed-Materialstelledontospamme@gowaway.ordinariat-muenchen.de

                                                                          

2.    Zwei Schwarze Tücher; es empfiehlt sich noch ein gelbes und weißes Tuch mit in den Koffer zu legen (erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten).

 

4.    Eine große Kerze, Windlichter, viele Teelichter, ausreichend Glasbehälter für die Teelichter, ausreichend Streichhölzer

 

5.    Kondolenzbuch

 

6.    Ordner mit vorbereiteten Texten.

 

7.    Musik! Lieder und Liedtexte!

 

8.    Bilderrahmen. Ein Naturholzrahmen oder schwarz.

 

9.    Papier: Zeichenpapier, Briefpapier, …

 

9.    Eine Blumenvase

 

10.  Kreuz

 

11.  Kopiervorlage:

 

Gespräche in den Klassen .

 

Thomas Barkowski schreibt zur Vorbereitung des Gesprächs in der Klasse im Handbuch für den Umgang mit Tod und anderen Krisen in der Schule

 

„Bevor Sie der Klasse nach einem Krisenereignis zum ersten Mal gegenüber treten, nehmen Sie sich kurz Zeit für dreierlei:

 

1.     

Legen Sie sich Ihre ersten Worte zurecht!

 

2.   

Gestatten Sie sich ein paar tiefe Atemzüge – das versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und zwingt zur Ruhe. Spüren Sie den festen Boden unter Ihren Füßen. Das gibt Standfestigkeit.

 

3.   

Überlegen Sie sich eine Struktur für das Gespräch mit der Klasse.

 

Im Gespräch mit der Klasse:

 

  • Reaktionen von Trauer und Wut sind oft schwer zu ertragen. Man fühlt sich hilflos und möchte gerne etwas tunt. Es wird von Ihnen jetzt nur erwartet, da zu sein und diese Klage oder Anklage mit auszuhalten.

  • Als Lehrer/in stehen Sie vor der Klasse und sind doch vielleicht selbst zutiefst betroffen und traurig. Sie haben das Recht, Ihren Schülern auch Ihre Gefühle zu zeigen.

  • Werten Sie Reaktionen nicht nach Kategorien wie „richtig“ oder „falsch“. Das gibt es in diesem Kontext nicht.

  • Gestehen Sie sich Grenzen zu. Wenn sie sich einer Situation nicht gewachsen fühlen, holen Sie Hilfe. Besser ist es in der Regel zu zweit das Gespräch mit der Klasse zu führen.

  • Denken Sie nicht, Sie müssten auf alle Fragen eine Antwort wissen. Geben Sie Ratlosigkeit zu.

  • Sprechen Sie mit anderen darüber, wie es Ihnen in der Klasse gegangen ist: Was gut lief, wo Sie glauben, falsch reagiert zu haben etc. ein solche Gespräch entlastet.“

Allgemeine Erfahrungen nach Trauerfällen an Schulen

 

  • Klare Durchsagen der Schulleitungen erwiesen sich als hilfreich

  • Die Schüler/innen gut und korrekt über das Geschehen informieren

  • Ihnen kleine Aufgaben geben, die sie erledigen können

  • Einfach "da sein"

  • Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort (Psychologen, Rotes Kreuz, Polizei usw.), wobei dies oft nicht ganz einfach ist, es gibt auch Konkurrenzsituationen

  • Seelsorger "von außen" tun sich oft schwerer als bereits vertraute Personen, die schon vorher einen guten Kontakt hatten

  • Angebote müssen zeitnah erfolgen

  • Darauf achten, dass die Trauer in Phasen verläuft, eine behutsame Rückkehr in den Alltag anleiten und begleiten

  • Mit den Schüler/innen ganz praktisch besprechen, was man machen kann, damit ihnen das Gefühl genommen wird, hilflos und ausgeliefert zu sein

  • Mit den Kirchen vor Ort kooperieren: ihre seelsorgerische Kompetenz in Anspruch nehmen, um Räume bitten, andere Hilfen anfragen (Materialien, Mahlzeiten…)

Bei Kooperationen mit verschiedenen Organisationen / Konfessionen / Religionen darauf achten, dass niemand übergangen wird.