Menschen stärken - theologisch denken - didaktisch-methodisch handeln

Der Glaube kommt vom Hören, und im Anfang war das Wort. Doch das erste Schöpfungswerk ist – das Licht! Reich ist die Geschichte der religiösen Bilderwelt. Andeutungen des Göttlichen in früher Höhlenmalerei und biblische Bildergeschichten in mittelalterlichen Glasfenstern. Die Inszenierung des Kirchenjahres in Bildern, Gebärden, Klängen, Farben, Prozessionen. Mit der Entwicklung von Film und Fernsehen, der zunehmenden Visualisierung der Wahrnehmung von Wirklichkeit gerät die Kirche des Wortes in ein spannungsreiches Verhältnis zum Kino der Bilder – bereits 1897 wurde die Passion Jesu sechsmal verfilmt. Vermag das noch Erstaunen auszulösen, so ist es heute im Trend, das Filme „religiöse Themen/Fragen“ aufnehmen und die Menschen in ihrer religiösen Suche begleiten.  Es gibt eine große Zahl beeindruckend guter Filme, die Themen/Fragen der Religion, der Ethik aufnehmen. Filme, künstlerisch anspruchsvolle Filme stören – und das macht sie wertvoll – gewohnte Sehweisen und muten dem Zuschauer neue Perspektiven zu: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ (Paul Klee). Mit Bildern werden eingefahrene und fest gefügte Bilder vom Menschen und seiner Welt in Frage gestellt. Ich zitiere aus dem Buch von Manfred Tiemann: Bibel im Film: „In dieser kritischen Gestalt werden Filme zu Gleichnissen des neuen Sehens, die dem Zuschauer Raum für eigene Phantasie und das eigene Denken lassen. … Wie die Gleichnisse der Bibel laden sie zur Identifikation, aber auch zur Distanzierung ein, um selber neue Gleichnisse in der Praxis des christlichen Glaubens zu entdecken.“ (S.13) Die Welt des Films bietet auf dem Gebiet der Sinngebung und der existenziellen Lebensfragen ein religiöses Potential, das häufig offener und herausfordernder und für viele auch überzeugender ist als das klassische kirchliche Angebot. Diese „Wirklichkeit“   wahrzunehmen und gemeinsam zu reflektieren – dazu lade ich mit dieser Veranstaltungsreihe ein.                                                                          

 

Bodo Köster, März 2010                 

 

Wenn Sie Anregungen zu Filmen haben, melden Sie sich bitte  bei mir:

bodo.koesterdontospamme@gowaway.elk-wue.de                                                                                                                                       

Wo:

Matthäusgemeindehaus, Gartensaal

Weinbergstr. 12

88214 Ravensburg

Wann:

ab 18.30 Uhr

 

Zu den Filmen gibt es eine Einführung und nach den Filmen das Angebot zu einem "Filmgespräch".